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- Marktausblick - März 2025
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#1 Markt & Makro
Märkte senken Daumen angesichts erratischer US-Politik – verbesserte Aussichten für China
- Gänzlich ungewollt könnte US-Präsident Trump zu einer Reanimation der deutschen und auch der europäischen Wirtschaft beitragen. Seine geopolitischen Kapriolen und die Infragestellung bisher fest geglaubter Allianzen sind ganz offensichtlich ein Weckruf für Europa und Deutschland.
- „Die angepeilten enormen Summen, die in Deutschland in die Verteidigung und in Infrastruktur fließen sollen, könnten der lahmenden deutschen Konjunktur zu einer Wachstumsdynamik verhelfen, wie sie vor wenigen Wochen noch nicht absehbar war“, sagt Chefanlagestratege Vincenzo Vedda.
- „Das Bruttoinlandsprodukt könnte nach unserer neuesten Einschätzung in Deutschland im Jahr 2026 um 1,6 Prozent zulegen. Ende vergangenen Jahres sind wir noch von einem Wachstum von 0,9 Prozent ausgegangen“, so Vedda. 2025 werde das Wachstum mit geschätzt 0,4 Prozent allerdings noch sehr verhalten ausfallen, da es einige Zeit brauchen werde, bis sich die Investitionsoffensive im Wachstum niederschlage.
- „In den USA dagegen scheinen die Flitterwochen an den Märkten nach der Amtsübernahme von Trump schnell zu Ende zu gehen“, so Vedda. Die US-Börsen hinken denen in Europa und auch den chinesischen im laufenden Jahr weit hinterher. Plötzlich stehen Themen wie eine hartnäckige Inflation bei sich eintrübenden Wirtschaftsaussichten verstärkt im Fokus der dortigen Kapitalmärkte. Deutlich positiver sind derzeit die Aussichten für China.
- „Wir gehen davon aus, dass die Outperformance Chinas gegenüber anderen Schwellenländern, die wir seit Mitte Januar sehen, anhalten wird“, so Vedda. Der Optimismus im Land wachse, am gebeutelten Immobilienmarkt deute sich eine Bodenbildung an, wenn auch keine Trendwende.
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Schöpften die lokalen Verbraucher wieder mehr Optimismus, dürften sich die Gewinne der Unternehmen, die seit längerer Zeit immer weiter nach unten korrigiert wurden, stabilisieren und die Aktienkurse stützen.
Themen, die die Kapitalmärkte 2025 bewegen
Konjunktur: Schwächere Daten aus den USA, Lichtblicke in Indien und China
- Das Vertrauen der Konsumenten in den USA ist zuletzt auf das Niveau vom September 2024 zurückgefallen. Hauptverantwortlich dafür: gestiegene Inflationssorgen und ein nicht mehr ganz so gut laufender Arbeitsmarkt.
- Positive Daten gibt es aus Indien und aus China. In beiden Ländern legten die Service-Einkaufsmanagerindizes zu. Einkaufsmanagerindizes gelten als wichtige Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung.
Inflation: US-Zollpolitik dürfte Inflation höher halten als bislang erwartet
- Der weitere Rückgang der Inflationsrate dürfte sich in den USA verzögern, unter anderem wegen der Zölle, die Produkte teurer machen. Wir rechnen mit einer Inflationsrate von 2,6 Prozent im Jahr 2025.
- Für die Eurozone erwarten wir im laufenden Jahr Preissteigerungen von 2,3 Prozent nach 2,4 Prozent im vergangenen Jahr.
Notenbanken: Veränderte Lage – weitere Zinssenkungen keine ausgemachte Sache mehr
- Die Europäische Zentralbank hat am 6. März zum sechsten Mal in Folge die Leitzinsen gesenkt auf jetzt 2,50 % (zuvor 2,75 %). Ein möglicherweise höheres Wachstum in der Eurozone und ein langsamerer Rückgang der Inflationsraten könnten den Spielraum für weitere Zinssenkungen einengen.
- Die US-Notenbank dürfte mit Zinssenkungen angesichts der erhöhten Inflationszahlen und der politischen Unsicherheiten weiter vorsichtig bleiben.
Risiken: Tektonische Veränderungen in der Geopolitik mit ungewissem Ausgang
- Die kaum einzuschätzende, äußerst volatile US-Zollpolitik dürfte noch länger anhalten und könnte sich negativ auf Wachstum und Inflation auswirken. Selten war die Unsicherheit bei Prognosen so hoch wie derzeit.
- Die sich abzeichnende drastische geopolitische Neuausrichtung der USA birgt insbesondere für Europa erhebliche Risiken und große Herausforderungen.
#2 Aktien
Gute Gründe für ein mögliches Comeback deutscher Nebenwerte
- Deutschland auf der Überholspur? Die Frage mag verwundern angesichts von drei Jahren Stagnation und des vielzitierten Reformbedarfs. An den Kapitalmärkten hat der deutsche Leitindex Dax im laufenden Jahr allerdings tatsächlich die Nase vorne, vor Europa und – vielleicht noch überraschender – vor den USA.
- Wie sind die weiteren Aussichten? Sabrina Reeh, Fondsmanagerin für deutsche Aktien, ist zuversichtlich und sieht besonders Chancen bei deutschen Nebenwerten, die sich nach der Bundestagswahl schon etwas besser entwickelt haben als die Standardwerte. „Die Chancen stehen gut, dass die mehr als drei Jahre andauernde schlechtere Wertentwicklung von Nebenwerten ein Ende finden könnte“, so Reeh.
- Nebenwerte erzielten im Durchschnitt 30 Prozent ihrer Gewinne im Inland, Dax-Unternehmen dagegen nur 20 Prozent. Sollte es der neuen Bundesregierung gelingen, die strukturellen Probleme der deutschen Wirtschaft anzugehen und das Wachstum anzukurbeln, dürften die positiven Effekte bei Nebenwerten stärker ausfallen als bei den größtenteils global agierenden Standardwerten. Entsprechend optimistisch sind die Aussichten für das Gewinnwachstum: „Der Markt geht davon aus, dass die Gewinne bei Unternehmen aus dem MDax dieses Jahr um 26 Prozent wachsen werden“, so Reeh.
- Dazu komme, dass Nebenwerte derzeit sehr niedrig bewertet seien. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liege bei knapp 14 und damit etwa 20 Prozent unterhalb des Durchschnittswerts der vergangenen zehn Jahre. Zudem dürften Nebenwerte auch nicht ganz so stark von drohenden US-Zöllen betroffen sein. Generell müsse aber damit gerechnet werden, dass der deutsche Aktienmarkt nach dem starken Jahresstart auch mal eine Pause einlege.
- Die schwer kalkulierbare US-Zollpolitik und die geopolitischen Ereignisse dürften die Volatilität an den Märkten weiter hoch halten. „Wir sehen jetzt die Chance, dass politisch die Weichen für eine dynamischere Entwicklung der deutschen Wirtschaft gestellt werden – beispielsweise durch höhere Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung.
- Auch eine Einigung über Anpassungen bei der Schuldenbremse, Bürokratieabbau und Steuersenkungen könnten helfen. Ein Risiko für den Dax liege allerdings darin, dass sich die Konjunktur in den USA deutlich abschwäche. „Dem würden sich die deutschen Standardwerte kaum entziehen können“, so Reeh.
Deutsche Nebenwerte: Beginnt jetzt die Aufholjagd?
Wertentwicklung von Dax und MDax in den vergangenen zehn Jahren
Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH, Stand: Ende Februar 2025
Aktien USA
Weitere Kursrückgänge könnten gute Einstiegsmöglichkeiten sein
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Aktien Deutschland
Trotz jüngster Kursrallye noch etwas Luft nach oben
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Aktien Europa
Moderates Kurspotenzial nach starkem Jahresauftakt
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Aktien Japan:
Stärkere Weltwirtschaft und Erholung in China könnten stützen
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#3 Anleihen
Staatsanleihen: kurze und mittlere Laufzeiten bevorzugt
- Die dramatischen geopolitischen Entwicklungen und deren mögliche Folgen für die Staatsfinanzen haben die Anleihemärkte ganz schön durcheinandergerüttelt. So sind die Renditen von zehnjährigen Bundesanleihen seit Anfang März um 50 Basispunkte, also einen halben Prozentpunkt, gestiegen.
- „Die langfristigen Finanzierungsanforderungen der Staaten – in Deutschland und in der Eurozone – werden deutlich zunehmen. Das erklärt maßgeblich den starken Anstieg der Renditen von Anleihen mit längerer Restlaufzeit. Auf den aktuellen Niveaus ist aber bereits vieles im Preis reflektiert", so Zinsexperte Oliver Eichmann.
- Anders stelle sich die Situation bei kurzlaufenden Anleihen dar. Sowohl in den USA als auch im Euroraum dürften die Zentralbanken die Zinsen weiter senken, wenn auch eventuell weniger stark als bislang erwartet. Das stütze die Kurse kurzlaufende Anleihen, sei aber zum großen Teil bereits in den Preisen reflektiert.
- Eichmann: „Wir favorisieren derzeit Anleihen mit kürzeren und mittleren Restlaufzeiten, wobei kurzlaufenden Anleihen bis zu einer Restlaufzeit von drei Jahren mit den erwarteten Zinssenkungen etwas unattraktiver werden dürften. Kurzfristig bleibt der Zinsexperte wegen des höheren Renditeniveaus positiv für Staatsanleihen aus Spanien und Italien.
Starker Renditeanstieg bei deutschen Staatsanleihen
Renditeentwicklung zehnjähriger Bundesanleihen in den vergangenen sechs Monaten
Quelle: DWS Investment GmbH, Stand: 14.03.2025
Anleihen
Staatsanleihen USA (10 Jahre)
Renditen dürften hoch bleiben
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Staatsanleihen Deutschland (10 Jahre)
Renditeanstieg dürfte sich so nicht fortsetzen
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Staatsanleihen Schwellenländer
Leicht höhere Risiken, aber Renditen bleiben attraktiv
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Unternehmensanleihen
Investment Grade
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High Yield
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#4 Währungen
Euro/Dollar: Dollarschwäche dürfte sich fortsetzen
Euro/Dollar
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—Der Dollar hat gegenüber dem Euro seit seinem Rekordhoch Mitte Januar, als er nahe an der Parität war, deutlich an Wert verloren. Dies dürfte sich fortsetzen. —Auf Sicht von zwölf Monaten erwarten wir ein weiteres Erstarken des Euro gegenüber dem Dollar. Unsere EUR-Dollar-Prognose per März 2026: 1,15. |
#5 Alternative Anlagen
Gold: Trotz starker Kurssteigerungen wohl immer noch etwas Luft nach oben
Gold
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LegendeDie strategische Sicht bis März 2026 Die Anzeigen signalisieren, ob wir eine Aufwärtsentwicklung, eine Seitwärtsentwicklung oder eine Abwärtsentwicklung der betreffenden Anlageklassen erwarten. Sie geben das kurzfristige und langfristige Ertragspotenzial für Investoren an. |
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Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, welche sich als falsch herausstellen können. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.
Quelle: DWS Investment GmbH; CIO Office, Stand: 14.03.025
DWS-Marktausblick: Das gesamte Dokument finden Sie hier.